Wirtschaftspsychologie aktuell
Themenschwerpunkt: Besser durch Beratung
Ausgabe 3/2010
ISSN 1611-9207
Erscheinen: viermal jährlich
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Besser durch Beratung
Was bestimmt den Erfolg eines Beraters? Welche Rolle spielt seine Persönlichkeit? Wie lässt sich ein Beratungsgespräch fundiert analysieren? Zu diesen Fragen gibt es neue Forschung. Auch Personalmanager können intern Führungskräfte und Mitarbeiter beraten. Dabei laufen sie jedoch schnell Gefahr, zum Besserwisser abgestempelt zu werden, der keine Ahnung von der Praxis hat. Beim Reteaming agiert der Berater dagegen auf gleicher Augenhöhe wie sein Gesprächspartner und fokussiert sich auf Lösungen statt auf Probleme. Doch weil sich Herausforderungen von morgen nicht mehr mit den Methoden von heute lösen lassen, stoßen auch Berater schnell an ihre Grenzen. Neue Ansätze wie das Presencing setzen auf die Intuition und antizipieren eine bisher nicht denkbare Zukunft. Der professionalisierte Klient: Wunschdenken oder Wirklichkeit? Viele Unternehmen haben zwar den Einkauf von Beratern formalisiert und bürokratisiert, doch die Vorschriften werden oft unterlaufen, und die damit suggerierte Objektivität und Rationalität bei der Auswahl von Beratern gibt es faktisch nicht. Das zeigt eine empirische Studie. Dr. Nicole Jung, Diplom-Kauffrau, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mannheim Professor Dr. Dr. h. c. Alfred Kieser, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisation an der Universität Mannheim Positive Gefühle zählen – ein Analyseverfahren zeigt, was in Beratungen wirkt Was geschieht in Beratungsgesprächen und wie sieht eine gute Beratung aus? Ein Interaktionsanalyse-Verfahren erfasst die im Gespräch gezeigten Beratungskompetenzen. Erste Ergebnisse liefern zwei Studien in der Vertriebs- und Studierendenberatung. Diana Hoppe, Diplom-Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie, Lehrstuhl Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der Technischen Universität Braunschweig Prof. Dr. Simone Kauffeld, Diplom-Psychologin, Professorin am Institut für Psychologie, Leiterin des Lehrstuhls Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der Technischen Universität Braunschweig Risiko und Psyche: Wie Finanzberater von der Anlegerpsychologie profitieren Anlageentscheidungen sind komplex und anfällig für Fehler. Kenntnisse der Anlegerpsychologie können zu einer besseren Beratung beitragen und Kunden vor Fehlentscheidungen bewahren. In der Beratung der Banken wird das jedoch bisher zu wenig umgesetzt. Dr. Katharina Sachse, Diplom-Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Berlin Persönlichkeit bestimmt Beratungserfolg: Eine Studie zeigt Zusammenhänge Was macht einen Berater erfolgreich? Welche Rolle spielen dabei die Persönlichkeit und der berufliche Ehrgeiz eines Beraters? Die Ergebnisse einer Feldstudie im Bereich Verkaufsberatung geben Hilfestellungen für die richtige Personalauswahl. Henrike Schneider, Diplom-Psychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie, Lehrstuhl Arbeits-, Organisationsund Sozialpsychologie der Technischen Universität Braunschweig Prof. Dr. Simone Kauffeld, Diplom-Psychologin, Professorin am Institut für Psychologie, Leiterin des Lehrstuhls Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der Technischen Universität Braunschweig Wie statt warum: Was das Prinzip der lösungsorientierten Beratung Personalmanagern bringt Die Erwartungen an Personaler als sogenannte Business-Partner in Bezug auf ihre Beratungs-, Coaching- und Change-Kompetenz sind hoch. Die lösungsorientierte Beratung ist dabei eine geeignete Methode, um in der Rolle eines internen Beraters rasch überzeugende Ergebnisse zu erzielen. Thilo Leipoldt, Diplom-Psychologe, Niederlassungsleiter der PTA – Praxis für teamorientierte Arbeitsgestaltung, München Benedikt Lenhart, Diplom-Ökonom, Vice President Human Resources, IMS Gear, Donaueschingen Presencing – wie Lernen und Handeln von der Zukunft her funktionieren Management-Methoden basieren meist auf alten mentalen Modellen und werden der immer komplexeren Realität nicht mehr gerecht. Die Beratung nach dem Presencing-Ansatz hinterfragt bisherige Erklärungsmuster, rückt neue Zusammenhänge in den Fokus und nutzt die Intuition, um eine bisher nicht denkbare Zukunft zu antizipieren. Ingrid Kohlhofer, Mag. phil., Studium der Katholischen Theologie und Geschichte, Gesellschafterin bei Trigon München Harald Jäckel, Dipl.-Kfm., Studium der Betriebswirtschaft, Gesellschafter bei Trigon München Auf der Suche nach der Core Story: Im Kern steht immer eine Geschichte Die Entwicklung einer Core Story hilft Unternehmen und Einzelpersonen, ihre berufliche oder geschäftliche Identität zu schärfen, und bietet gleichzeitig eine Blaupause für die Kommunikation nach außen. Dr. Michael Müller, Professor für Medienanalyse und Medienkonzeption an der Hochschule der Medien in Stuttgart, Mitbegründer der Beratergruppe System + Kommunikation in München Forum
Coaching-Lehrgänge auf dem Prüfstand: Ein Evaluationsmodell Wie verändert sich theoretisches Wissen im Laufe einer Coaching-Ausbildung? Ändern sich die Persönlichkeitsmerkmale der Absolventen? Wie valide sind subjektive Selbsteinschätzungen im Vergleich zu Ergebnissen psychometrischer Verfahren? Ein multimodales Evaluationsmodell ermöglicht Aussagen über Auswirkungen und Effekte von Coaching-Ausbildungen. Dr. Mag. Arthur Drexler, Klinischer Psychologe, Arbeitspsychologe, Universitätsassistent am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck und in freier Praxis tätig Dr. Heidi Möller, Diplom-Psychologin, Professorin für Theorie und Methodik der Beratung an der Universität Kassel und Coach Was ist da passiert? Ein neues Kodierverfahren ermöglicht die Analyse von Teamarbeit Trotz bester Absichten bringt Teamarbeit häufig nicht die erwarteten Ergebnisse. Doch aufgrund der komplexen Dynamiken fällt die Ursachenfindung schwer. Hier bietet das an der Humboldt-Universität erprobte Instrument zur Kodierung von Diskussionen wertvolle Hilfestellung. Carsten C. Schermuly, Diplom-Psychologe; IKD-Entwickler; Unternehmensberater und Doktorand am Lehrstuhl für Sozial- und Organisationspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin Prof. Dr. Wolfgang Scholl, Lehrstuhl für Organisations- und Sozialpsychologie; IKD-Ideengeber; Initiator, Gründer und Partner des Beratungs- und Ausbildungsunternehmens artop – Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin Interne Mediation: Anspruchsvolle Chance für Personalmanager Konflikte gehören zum Unternehmensalltag, können jedoch auch Ausgangspunkt für neue Entwicklungen sein. Als interne Mediatoren können HR-Manager dieses kreative Potenzial konstruktiv nutzen und so zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen. Das erfordert jedoch neben einer entsprechenden Ausbildung auch eine sorgfältige Rollenklärung und die Akzeptanz durch Vorgesetzte und Mitarbeiter. Dr. Isabel Thielen, Juristin, Diplom-Psychologin und Mediatorin, Personalleiterin bei der Verlagsgruppe Random House und geschäftsführende Gesellschafterin Thielen Business Coaching, München Psychische Belastung: Beim Älterwerden zählt der Aufbau von Ressourcen Eine altersbezogene Personalentwicklung muss die gesamte berufliche Lebensspanne einbeziehen und die Zusammenhänge zwischen psychischer Belastung und Altern berücksichtigen. Dr. med., Dr. phil. Michael Kastner, Diplom Psychologe, Inhaber des Lehrstuhls für Organisationspsychologie an der Technischen Universität Dortmund und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin Herdecke
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