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Job Crafting für mehr Arbeitszufriedenheit

Eine Metaanalyse der Universität Leipzig belegt die positiven Effekte des Job Craftings: Die Eigeninitiative führt zu mehr Zufriedenheit und Erfolg am Arbeitsplatz.

Job Crafting für mehr Arbeitszufriedenheit |

Viele Erwerbstätige haben schon Phasen der Unzufriedenheit mit dem eigenen Job erlebt, Zeiten, in denen sie unmotiviert und ihr Engagement und ihre Arbeitsleistung verbesserungswürdig waren. So normal das ist, suchen Arbeitspsychologen doch nach Auswegen aus Motivationstiefs. Eine Möglichkeit könnte das sogenannte „Job Crafting“ darstellen, eine aktive Form der individuellen Arbeitsgestaltung, bei der Erwerbstätige sich bemühen, ihren Job selbstständig umzugestalten und zu verbessern.

Veränderungen in verschiedenen Bereichen

Job Crafting kann sich auf Veränderungen in vier wichtigen Bereichen beziehen: So können beispielsweise strukturelle Aspekte verändert werden, wie etwa das Ausmaß der Entscheidungsfreiheit. Auch können soziale Arbeitsaspekte im Mittelpunkt der Veränderungen stehen, indem zum Beispiel die Zusammenarbeit mit sympathischen Kollegen verstärkt wird. Ferner ist es möglich, nach anderen beruflichen Herausforderungen, etwa in neuen Projekten, zu suchen. Ein vierter Aspekt ist die Beseitigung von hinderlichen Arbeitsanforderungen, wie beispielsweise dem Arbeiten unter Zeitdruck.

Erste Überblicksstudie zum Thema

Obwohl Job Crafting in den vergangenen Jahren viel untersucht wurde, gab es bisher noch keine Überblicksarbeiten zum Thema. Eine erste große Metaanalyse legten nun Psychologen der Universität Leipzig zusammen mit US-amerikanischen Kollegen der Saint Louis University vor. Insgesamt gingen 122 Einzelstudien mit Daten von über 35.000 Erwerbstätigen in die Überblicksarbeit ein.

Generell positive Auswirkungen

Die Ergebnisse belegen, dass die Nutzung von Job Crafting generell positive Konsequenzen für Erwerbstätige hat: So hängt die Eigeninitiative mit einer höheren Arbeitszufriedenheit, weniger Stresserleben, größerem Arbeitsengagement und besserer Arbeitsleistung zusammen.

Die Forscher gehen davon aus, dass Job Crafting Erwerbstätigen dabei hilft, ihren Job besser an ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.

Individuelle Faktoren

Die Überblicksstudie zeigt weiterhin, dass Job Crafting vor allem von Menschen mit hohen Arbeitsanforderungen genutzt wird sowie von Personen, die eine große Entscheidungsfreiheit im Job haben. Zudem hing die individuelle Arbeitsgestaltung mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften zusammen, wie etwa der allgemeinen Neigung, Eigeninitiative zu zeigen, und dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten.

Literatur

Rudolph, C.W., Katz, I.M., Lavigne, K.N. & Zacher, H. (in press). Job crafting: A meta-analysis of relationships with individual differences, job characteristics, and work outcomes [Abstract]. Journal of Vocational Behavior.

15. Juni 2017
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

Symbolfoto: © Jamina Schütz

 

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