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What’s in a kiss?

Die US-amerikanische Psychologin Kristina N. Spaulding untersuchte in ihrer Dissertation die Rolle des Küssens in romantischen Partnerschaften.

What’s in a kiss? |

Heute ist internationaler Tag des Kusses. Aus diesem Grund ist ausgiebiges Küssen und Knutschen ausdrücklich erwünscht. Doch aus welchen Gründen küssen wir einander überhaupt? Und gibt es geschlechtsbezogene Unterschiede beim Küssen? Diesen und weiteren Fragen ging die Psychologin Kristina N. Spaulding von der University at Albany (USA) in ihrer Dissertation zum Thema „Küssen“ auf den Grund.

Kulturelle Hintergründe

Küssen ist eine fast ausschließlich auf die menschliche Spezies limitierte Verhaltensweise, die zudem kulturellen Gepflogenheiten unterliegt. Denn nicht überall ist das Küssen so beliebt wie bei uns: Während diese Sitte in einigen Kulturen gänzlich unbekannt ist, gilt sie in anderen Regionen der Welt sogar als verpönt oder ekelig. Gerade einmal die Hälfte der Weltbevölkerung findet Gefallen am romantischen Kuss.

Bessere Partnerwahl und Kitt für Beziehungen

Forscher gehen davon aus, dass das Küssen hierzulande drei wichtige Funktionen erfüllt: Es dient der Entscheidungshilfe bei der Partnerwahl, der Auslösung von Erregung zur Initiierung sexueller Kontakte sowie der Aufrechterhaltung emotionaler Bindungen. Hinsichtlich des letzten Punktes konnten Forscher bereits nachweisen, dass ein therapeutisch „verordnetes“ Küssen über einen Zeitraum von sechs Wochen bei den betreffenden Paaren zu einer Abnahme von Streit und Stress und einer Zunahme der Zufriedenheit mit der Partnerschaft sowie einer besseren Kommunikation der Partner führte.

Qualität des ersten Kusses

Auch Kristina N. Spaulding konzentrierte sich in ihrer Arbeit vor allem auf die Rolle des Küssens in bestehenden Beziehungen. Hierzu befragte sie Studierende nach dem ersten Kuss mit ihrem derzeitigen Partner und ihrer momentanen Beziehungszufriedenheit.

Zusammenhang mit Beziehungszufriedenheit

Die Auswertung ergab einen klaren Zusammenhang zwischen der berichteten Qualität des ersten Kusses und der Zufriedenheit mit der Partnerschaft. Dieser bestand sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Einen Geschlechtsunterschied fand Spaulding allerdings, als sie die Beziehungszufriedenheit differenziert nach sexuellen und emotionalen Aspekten betrachtete: Bei Frauen war die Qualität des ersten Kusses eher mit der emotionalen, bei Männern eher mit der sexuellen Zufriedenheit assoziiert. Zudem zeigte sich nur bei Frauen ein positiver Zusammenhang zwischen der allgemeinen Zufriedenheit hinsichtlich des Küssens in der derzeitigen Partnerschaft und der Beziehungszufriedenheit.

Küssen aus unterschiedlichen Gründen

Spaulding resümiert, dass das Küssen für Frauen wie für Männer eine wichtige Rolle in romantischen Beziehungen spielt, auch wenn es bei Frauen offenbar eher aus Gründen der emotionalen Bindung geschieht und bei Männern eher mit sexuellen Aspekten zusammenhängt.

Was auch immer die Hintergründe des Küssens sein mögen – in jedem Fall handelt es sich dabei um eine angenehme Sache. In diesem Sinne wünscht die Redaktion: Fröhliches Küssen (nicht nur am internationalen Tag des Kusses)!

Der Kuss in der Kunst

Noch ein kleiner Tipp: Passend zum Thema gibt es derzeit in Berlin eine Ausstellung im Bröhan-Museum. Unter dem Titel „Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan“ werden Malerei, Fotografien und andere Kunstobjekte zum Motiv des Kusses präsentiert.

Literatur

Spaulding, K. N. (2016). What’s in a kiss? The role of kissing in romantic relationships. Dissertation, University at Albany, State University of New York.

Weitere Beiträge zum Thema

Informationen zur Ausstellung „Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan“

6. Juli 2017
Quelle: Kristina N. Spaulding (University at Albany, State University of New York)
Symbolfoto: © IVASHstudio – Fotolia.com

 

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