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Psychopathie und Wirtschaftskriminalität

Eine Studie der Technischen Universität Kaiserslautern wies einen Zusammenhang zwischen Psychopathen in Unternehmen und Wirtschaftskriminalität nach.

Psychopathie und Wirtschaftskriminalität |

Menschen mit psychopathischen Wesenszügen stehen im Ruf, egoistisch, skrupellos, manipulativ und unempathisch zu agieren. Dennoch sind sie häufig individuell beruflich erfolgreich, erbringen gute Leistungen – und arbeiten schließlich in leitenden Positionen in Unternehmen. Mit solchen „Psychopathen in Nadelstreifen“, psychopathischen Führungskräften also, beschäftigten sich nun Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern. Denn gerade diese Personen haben das Potenzial, Unternehmen mit ihrem Verhalten nachhaltig zu schädigen.

Bilanzmanipulationen und Insiderhandel

Die der Studie zugrundeliegende Frage war, inwiefern Personen mit psychopathischen Charaktermerkmalen eher bereit sind, Bilanzmanipulationen und Insiderhandel zu akzeptieren – zwei der klassischen Formen der Wirtschaftskriminalität, die oft auch zusammen auftreten. In zwei Online-Erhebungen wurden die insgesamt 469 Teilnehmer zunächst auf ihre psychopathischen Tendenzen hin befragt. Im Anschluss wurde ihre Einstellung gegenüber dem Verhalten anderer Personen, die Bilanzen manipulieren und Insiderhandel betreiben, erfasst.

Kaltherzigkeit und machiavellistischer Egoismus

Tatsächlich stimmten vor allem die Personen, die spezifische psychopathische Charakterzüge aufwiesen, verstärkt wirtschaftskriminellen Handlungen zu. Besonders aussagekräftig waren dabei die beiden Faktoren „Kaltherzigkeit“ und „Machiavellistischer Egoismus“, wobei sich letzterer durch besondere Rücksichtslosigkeit und manipulative Fähigkeiten auszeichnet. Beide Persönlichkeitsfaktoren können nach Ansicht der Forscher damit als absolute Risikofaktoren für das Auftreten von Wirtschaftskriminalität gesehen werden.

Existenzielle Gefahr

Unternehmensskandale, wie beispielsweise beim 2001 durch massiven Bilanzbetrug insolvent gegangenen amerikanischen Energieriesen Enron, seien, so die Wissenschaftler, ein klarer Beleg dafür, wie sehr Menschen durch ihre Fähigkeit, ohne Gewissensbisse zu lügen und zu manipulieren, Wirtschaft und Gesellschaft existenziell gefährden können. Psychopathische Charakterzüge sollten daher zum Beispiel bei Einstellungstests stärker berücksichtigt werden.

Literatur

Lingnau, V., Fuchs, F. & Dehne-Niemann, T. E. (2017). The influence of psychopathic traits on the acceptance of white-collar crime: Do corporate psychopaths cook the books and misuse the news? Journal of Business Economics, 1–35.

25. Juli 2017
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Symbolfoto: © energepic – pexels.com

 

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