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Lernen von Maike Salazar Kämpf und Kollegen: Mimikry macht sympatischer

Die spontane Nachahmung des verbalen und nonverbalen Verhaltens des Gegenübers – soziales Mimikry – ist eine unbewusste Strategie, um Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Wie sie funktioniert und worin sich das Nachahmungsverhalten von Menschen unterscheidet, haben Forscher der Universität Leipzig und der Freien Universität Berlin in einer gemeinsamen Studie untersucht und ihre Ergebnisse jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Psychological Science“ veröffentlicht.

Lernen von Maike Salazar Kämpf und Kollegen: Mimikry macht sympatischer |

Nachahmungsverhalten beim Kennenlernen untersucht

Maike Salazar Kämpf, Dr. Sascha Krause, Prof. Dr. Steffen Nestler und Prof. Dr. Stefan Schmukle von der Universität Leipzig sowie Helén Liebermann und Prof. Dr. Rudolf Kerschreiter von der Freien Universität Berlin analysierten das Nachahmungsverhalten beim Kennenlernen. Hierzu wurden 139 Personen, die sich zuvor nicht kannten, in gleichgeschlechtlichen Gruppen von vier bis sechs Teilnehmern ins Labor eingeladen. Jeder Teilnehmer führte dann nacheinander mit den anderen Gruppenmitgliedern fünfminütige Kennenlerngespräche. Davor und danach gab jede Person an, wie sympathisch er oder sie die andere Person fand. Auf Basis der Videoaufzeichnungen dieser Gespräche wurden dann Unterschiede im Nachahmungsverhalten und dessen Effekte auf die gegenseitigen Sympathie-Einschätzungen analysiert.

Soziale Chamäleons ahmen das Gegenüber häufig nach

Die Ergebnisse zeigen, dass sich Personen in ihrer Tendenz, ihre Interaktionspartner nachzuahmen, unterscheiden. So gibt es Menschen, die kaum Nachahmverhalten zeigen, während andere Menschen besonders häufig das Gegenüber nachahmen. Sie werden in der Forschungsliteratur als soziale Chamäleons bezeichnet. „In unserer Studie können wir zeigen, dass dieses Nachahmungsverhalten zu einer höheren Beliebtheit dieser sozialen Chamäleons führte“, sagt Helén Liebermann. Die Studie mache deutlich, dass Mimikry vor allem von der einzigartigen Beziehung zwischen zwei Personen abhängt. Ist einem der erste Eindruck des Gegenübers sympathisch, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir diese spezifische Person nachahmen. Diese Nachahmung gibt der imitierten Person das Gefühl, gemocht zu werden, und führt dazu, dass die nachahmende Person als sympathischer wahrgenommen wird. „Die Ergebnisse weisen demnach auf einen Bindungsmechanismus durch Mimikry hin. Durch Mimikry teilen wir unbewusst mit, dass wir jemanden mögen und können damit unsere eigene Beliebtheit steigern“, erklärt Maike Salazar Kämpf. Sie beleuchtet nun in der Abteilung Klinische Psychologie der Universität Leipzig die Effekte von Mimikry auf die Wirksamkeit von Psychotherapien. Interessant dürfte auch das Erforschen des Nachahmungsverhaltens in Bewerbungsgesprächen sein.

Literatur

Kämpf, M. S., Liebermann, H., Kerschreiter, R., Krause, S., Nestler, S. & Schmukle, S. C. (2017). Disentangling the sources of mimicry: Social relations analyses of the mimicry-liking link [Abstract]. Psychological Science. doi: 10.1177/0956797617727121.

9. Januar 2018
Quelle: Psychological Science 
Symbolfoto: © korvin1979 - Fotolia.com

 

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