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Arbeitgeber: Nie wieder Start-ups

Sie gelten oftmals als Inbegriff für Traum-Arbeitgeber: Kaum Hierarchien, offenes Feedback und ein ausgeprägter Teamspirit. Doch nicht alle Start-ups sind auch als Arbeitgeber beliebt. Das gilt selbst für die sogenannten „Unicorns“. So werden Start-ups bezeichnet, die von den Investoren mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden. Auch in Deutschland haben einige diesen aus Gründersicht Traumstatus des „Einhorns“ erreicht. Aber nicht alle sind auch ein Traum-Arbeitgeber. Das zeigt eine Analyse der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu von 14 „Unicorns“.

Arbeitgeber: Nie wieder Start-ups |

Mangelndes Feedback, chaotisch, keine Work-Life Balance

Schlusslicht ist die App-Bank N26. „Nie wieder Start-ups“ fasst ein ehemaliger Mitarbeiter seine Erfahrungen dort zusammen und berichtet von „unregelmäßigen Schichten“ und mangelndem Feedback. Mit einer Gesamtbewertung von 2,9 von fünf möglichen Punkten schneidet N26 sogar deutlich unterdurchschnittlich im Vergleich zur insgesamt relativ gut abschneidenden Bankenbranche (3,5) ab. Nur etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeiter (55 Prozent) würden N26 als Arbeitgeber weiterempfehlen. Was der Bank vor allem die Bewertung verhagelt, sind die Bewerberkommentare und Bewertungen. Bei den Bewerbern ist „genügend“ die meist vergebene Note. Bewerber berichten unter anderem von nicht beantworteten Anschreiben, abgesagten Jobinterviews und in ihren Augen „unprofessionell“ geführten Gesprächen.

Auch Zalando, das mit dem Slogan „Schrei vor Glück“ im deutschsprachigen Raum bekannt geworden ist, wird mit einem Score von 3,05 als Arbeitgeber deutlich unterdurchschnittlich bewertet. Nur 56 Prozent der Mitarbeiter würden den Online-Moderiesen weiterempfehlen. „Chaotisch, unpersönlich, unausgebildete Führungskräfte, keine Work-Life Balance, …“, resümiert ein Mitarbeiter. Als besonders schlecht (2,77) bewerten ehemalige und aktuelle Mitarbeiter den Faktor „Gehalt und Sozialleistungen“. Aus der Sicht eines Mitarbeiters geht es bei Zalando um „harte Arbeit für wenig Geld“.

Große Unterschiede zwischen erst- und letztplatzierten Unternehmen

Sieger ist dagegen der Münchner Process Mining-Spezialist Celonis mit einem Score von 4,31 von 5 möglichen Punkten und einer Weiterempfehlungsquote von 70 Prozent. Auf Platz zwei folgt der Finanzdienstleister Hypoport, der zwar einen etwas schlechteren Score von 4,18, aber dafür mit 77 Prozent eine bessere Weiterempfehlungsquote aufweist. „Ich komme seit eineinhalb Jahren gerne zur Arbeit“, fasst ein Celonis-Mitarbeiter seine Erfahrungen zusammen und ein Hypoport-Mitarbeiter meint schlicht „I love it“. Zwar gibt es in beiden Unternehmen auch kritische Stimmen, aber die am meisten vergebene Note ist „sehr gut“. 

Insgesamt erreichen die Unicorns eine durchschnittliche Bewertung von 3,57. Zum Vergleich: Die aktuelle branchenübergreifende Durchschnittsbewertung auf Kununu beträgt 3,38. Beim Blick auf die Bewertungen fällt aber auf: Die Schere zwischen dem Erst- und dem Letztplatzierten geht mit einem Unterschied von 1,4 Punkten weit auseinander. Die höchste Weiterempfehlungsquote liegt bei 86 Prozent, die niedrigste bei 49 Prozent. Vier der Unicorns erreichen zudem den branchenübergreifenden Benchmark von 3,38 nicht. Im Vergleich zu den Durchschnittswerten in ihren jeweiligen Branchen schneiden sogar sechs der 14 analysierten Unternehmen unterdurchschnittlich ab. 

Nur wenig Start-ups reagieren sichtbar auf Kritik bei Kununu

Auffallend ist, dass nur wenige der als offen und kommunikativ geltenden Start-ups regelmäßig auf die Kritik von Mitarbeitern auf Kununu sichtbar antworten. Von den 14 näher untersuchten Unternehmen reagieren drei überhaupt nicht auf Kritik, weitere sechs nur sehr unregelmäßig – hier bleiben über 90 Prozent der Kommentare unbeantwortet. Nur eine Minderheit geht regelmäßig auf Kritik ein. Besonders deutlich sticht hier der Fashion-Onlineshop „About You“ hervor, bei dem mehr als jede zweite Bewertung kommentiert wird. Das Unternehmen geht dabei individuell und respektvoll auf längere Kommentare ein und fordert die Bewerter zum weiteren Dialog auf. „Je stärker Start-ups wachsen, desto mehr müssen sie auch als Arbeitgeber erfolgreich sein", sagt Sarah Müller, Geschäftsführerin von Kununu. „Ab einer bestimmten Größe gibt es keinen Bonus mehr und sie werden an den Standards in ihren Branchen gemessen.“

Kununu ist europaweit die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform. Bisher haben Mitarbeiter und Jobsuchende hier mehr als 3,5 Millionen Erfahrungsberichte zu verschiedenen Kriterien wie Gehalt, Betriebsklima oder Bewerbungsprozesse hinterlassen. Kununu ist ein Tochterunternehmen von Xing.

Weiterführende Informationen

www.kununu.com

8. Oktober 2019
Quelle: Kununu GmbH
Symbolfoto: © StartupStockPhotos – pixabay.com

 

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