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Nachruf: Professor Christian Scholz ist tot

Christian Scholz starb am 4. Oktober mit 66 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Mehr als 30 Jahre lehrte der Österreicher als Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Organisation und Personalmanagement an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Nachruf: Professor Christian Scholz ist tot |

Sein Thema war die Erforschung der Arbeitswelt. Er prägte Begriffe wie den Darwiportunismus, beschäftigte sich mit der Generation Z und der Mogelpackung Work-Life-Blending. Scholz war innovativ, streitbar und einer der wenigen wirklichen kreativen Köpfe in der HR-Branche. Er wollte aufrütteln, zum Nachdenken anregen und war frustriert, wenn seine Erkenntnisse nicht genug beachtet oder verstanden wurden. Von seinen Studenten forderte er eine kritische Sichtweise und diskutierte mit ihnen auch über fragwürdige Persönlichkeitstests.

Für „Wirtschaftspsychologie aktuell“ schrieb er mehrere Beiträge, zuletzt Anfang 2019 über den Blindflug im Recruiting, auf dem viele Unternehmen seiner Meinung nach derzeit unterwegs sind. 2015 – als New Work noch nicht so en vogue wie heute war – bereicherte er die Podiumsdiskussion der Zeitschrift auf der Zukunft Personal zu dem Thema "Neue Arbeit, mehr Kontrolle?" mit seinen pointierten Statements.

Nach seiner Emeritierung im vergangenen Jahr wollte Scholz sich nicht mehr über die HR-Szene ärgern, sondern sein Leben genießen, ohne jedoch seinen Forschergeist aufzugeben. Noch im Mai reiste er nach China, um in der Provinz Xinjiang selbst einmal zu erleben, wie die totale Überwachung dort funktioniert. "Auch das ist Forschung", schrieb er.

Mit Christian Scholz verliert die HR-Branche eine ihrer wichtigsten und scharfsinnigsten Stimmen. Wir werden ihn vermissen.

Bärbel Schwertfeger

5. November 2019
Quelle: Wirtschaftspsychologie aktuell
Foto: © privat

 

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