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Verspieltheit am Arbeitsplatz - das neue Innovationskapital?

Sie sind manchmal gelangweilt an Ihrem Arbeitsplatz? Können die monotonen Aufgaben nicht mehr sehen? Dann kommen diese Praxistipps genau richtig! Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie welche Bedeutung das Persönlichkeitsmerkmal Verspieltheit in diesem Zusammenhang hat und wie Sie durch Gedankenspiele Ihr Wohlbefinden und Ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz steigern.

Verspieltheit am Arbeitsplatz - das neue Innovationskapital? |

inter der Charaktereigenschaft Verspieltheit steckt viel Potential, das durch vermehrtes Nutzen von Wort- und Gedankenspielen einfach geweckt werden kann. Dadurch wird der Perspektivenwechsel erleichtert, man hat mehr Freude an monotonen Aufgaben und gestaltet sie sogar abwechslungsreicher. Dadurch steigert man das eigene Wohlbefinden. Zudem sind Menschen mit der Neigung zur Verspieltheit ausgeglichener, positiver und offener gegenüber neuen Herausforderungen im (Berufs-) Alltag.

Forschung belegt Zusammenhang zwischen Verspieltheit und Wohlbefinden

Den Zusammenhang zwischen Verspieltheit und dem allgemeinen Wohlbefinden haben Forschende in einer aktuellen Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) untersucht. Die MLU führte in Kooperation mit der Universität Zürich (Schweiz) sowie der Pennsylvania State University (USA) eine Studie mit 533 Personen durch. Die Teilnehmenden wurden in verschiedene Gruppen - es gab drei Experimental- und eine Placebogruppe, eingeteilt. Diejenigen der Experimentalgruppen führten über mehrere Wochen Übungen aus, die die Verspieltheit anregen sollten. Ergebnis der Studie ist, dass sich die Charaktereigenschaft Verspieltheit tatsächlich trainieren lässt und diese auch das allgemeine Wohlbefinden positiv beeinflusst.

So können Sie Ihre Verspieltheit trainieren

Um Ihre eigene Verspieltheit zu trainieren, bieten sich beispielsweise folgende Folgende Wort- und Gedankenspiele an:

  • Ratespiele
    Jeder kennt sie aus der Schulzeit und Kindheit – Ratespiele, die während langen Autofahrten oder Wartezeiten gespielt wurden. Doch je älter man wurde, desto mehr gerieten sie in Vergessenheit. Nutzen Sie doch mal Ihre nächste Mittagspause, um mit Ihren Kolleginnen und Kollegen eines der Ratespiele zu spielen. Oder führen Sie eine Kreative Pause ein – 20 Minuten, in denen alle im Team gemeinsam spielen. Das regt nicht nur den Teamgeist an, sondern eröffnet auch neue Blickwinkel, wenn Sie danach wieder an den Schreibtisch zurückkehren. Beispiele sind:
    • Ich sehe was, was du nicht siehst
    • Wer bin ich?
    • Doppeldeutig/ Teekesselchen
    • Galgenmännchen
  • Kreuzworträtsel/ Quizze
    Regelmäßiges Kreuzworträtseln sowie Quizze trainieren das Konzentrationsvermögen und erweitern Ihre Allgemeinbildung. Auf spielerische Art werden das Gedächtnis sowie die kognitiven Fähigkeiten trainiert. Beim ersten Kaffee im Büro bietet es sich an, sich für ein kleines Kreuzworträtsel Zeit zu nehmen, bevor es in die ersten Konferenzen und Gespräche geht.

  • Was wäre, wenn… - Gedankengänge
    Überlegen Sie sich eine Frage, die Sie schon länger beschäftigt. Ein Beispiel wäre „Was wäre, wenn ich morgen Chefin des Unternehmens wäre?“ Dann haben Sie 5 Minuten Zeit sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Sie können Ihre Gedanken in Form einer Mind Map, eines Flussdiagrammes oder in Stichpunkten zu Blatt Papier bringen – lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf! Anregende Gedankenanstöße könnten sein: Was würde im Vergleich zu jetzt anders sein? Was wäre besser? Wie würde sich das anfühlen? Was wären neue Herausforderungen? Was muss passieren, damit das eintritt?
  •  Was stört Sie am meisten – Störenfried
    Auch hier das gleiche Vorgehen wie bei dem vorherigen Gedankenspiel. Überlegen Sie sich, was Sie im Moment am meisten stört – sei es beruflich oder privat, und schreiben Sie es auf. Anregende Fragen könnten hier sein: Wie fühle ich mich dabei? Wie würde es sich bemerkbar machen, wenn der Störenfried weg ist? Was müsste ich dafür tun? Was würde passieren, wenn der Störenfried bleibt? Wer kann mir vielleicht helfen ihn zu beseitigen?

 

Wie Sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten Verspieltheit in den Arbeitsalltag zu integrieren und auszuleben. Wichtig ist es, sich Zeit zu nehmen und sich darauf einzulassen. Scheuen Sie sich nicht davor, auf Ratespiele aus Ihrer Kindheit zurückzugreifen – durch den Perspektivwechsel und Ihr gesteigertes Wohlbefinden gehen Sie anders als gewohnt an berufliche Herausforderungen heran und haben wohlmöglich auch innovative Ideen für Projekte!

 

Literatur:

Proyer, R.T., Gander, F., Brauer, K., Chick, G. (2020). Can Playfulness be Stimulated? A Randomized Placebo-Controlled Online Playfulness Intervention Study on Effects on Trait Playfulness, Well-Being, and Depression. Applied Psychology: Health and Well-Being.

Anregungen für Gedankenspiele

 

28. September 2020
Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Symbolfoto: © Juan Pablo Serrano Arenas – pexels.com

 

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